Menschen sind endothermisch. Unsere Körper produzieren also ihre eigene Wärme und regulieren ständig die Kerntemperatur, um für eine gewisse Ausgewogenheit zu sorgen. Für den Körper ist das eine unbewusste und automatische Funktion, die jedoch manchmal nicht funktioniert. Wenn die Ausgewogenheit nicht mehr stimmt, wird der Körper zu kalt oder zu heiß – beides weist auf eine Erkrankung hin.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns damit, was die durchschnittliche Körpertemperatur ist, wie sie je nach Person variiert und auf welche Anzeichen bei einer Veränderung der Körpertemperatur (z. B. Fieber) zu achten ist.

Die durchschnittliche Körpertemperatur eines Menschen

Die Kerntemperatur Ihres Körpers hängt von mehreren Faktoren ab. Die meisten Quellen geben die Kerntemperatur des menschlichen Körpers bei ca. 37⁰C an.* Das stimmt zwar, jedoch sollte nicht vergessen werden, dass es sich dabei um einen Durchschnittswert handelt und unterschiedliche Menschen unterschiedliche Körpertemperaturen aufweisen können. Die tatsächliche Zahl hängt vom Alter und verschiedenen anderen Faktoren wie Tageszeit, körperliche Bewegung und Nahrung ab. Wenn Ihre Temperatur also beispielsweise um ein Grad von diesem Durchschnittswert abweicht, müssen Sie sich noch keine Sorgen machen. Sie sollten auch die Durchschnittswerte der verschiedenen Familienmitglieder notieren:

Babys & Kinder:

Ein neugeborenes Baby (0-3 Monate) hat eine Temperatur zwischen 36 und 37,6⁰ C **, wenn die Messung im Ohr vorgenommen wird, und weist damit eine niedrigere Temperatur als der durchschnittliche Erwachsene auf. Bei vorpubertierenden Kindern sieht es ähnlich aus.

Ältere Menschen:

Bei älteren Menschen (über 65 Jahre) fällt die Körpertemperatur leicht vom durchschnittlichen Erwachsenen von 37⁰ C auf 35,8⁰ C *.

Schwangerschaft und Menstruation:

In der Schwangerschaft können Frauen einen etwas höheren Durchschnittswert haben. Je nach Menstruationszyklus kann die Temperatur auch nach oben oder unten gehen. Denken Sie also daran, wenn Sie eine Messung vornehmen ***.

Andere Faktoren:

Leichte Abweichungen sind normal, da viele harmlose Umstände die Körpertemperatur erhöhen oder senken können. So lässt Sport oder der Verzehr von heißen Speisen oder Getränken die Körpertemperatur beispielsweise steigen. Auch die Tageszeit kann für leichte Abweichungen sorgen, da der Körper gegen Nachmittag aktiver wird und sich aufwärmt.

Wann der menschliche Körper überhitzt

An sich ist eine leicht erhöhte oder niedrigere Körpertemperatur kein Problem, Wenn jemand eine Virusinfektion hat, erhöht der Körper häufig die Kerntemperatur, um den Virus zu bekämpfen. Mit etwas Ruhe und viel Essen und Trinken sollten Sie schnell wieder auf den Beinen sein.

Achten Sie jedoch darauf, nicht zu dehydrieren, denn der Körper versucht, durch übermäßiges Schwitzen seine Temperatur zu regulieren. Bei Anzeichen für Fieber sollten Sie also vor allem viel trinken.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann die hohe Temperatur jedoch zu einem Problem werden. Bei Kindern über 36 Monaten bis zu Erwachsenen weist eine Temperatur von über 37,7⁰ C auf ein Fieber hin. Sobald die Temperatur über 39,4⁰ C steigt, sollten Sie einen Krankenwagen oder Ihren Hausarzt anrufen. Alles über 40⁰ C Fieber bedeutet, dass der Körper zu heiß wird und die Organe versagen können ****.

Bei Kleinkindern zwischen 3 und 36 Monaten wird eine Temperatur von 37,6⁰ C als Fieber und alles über 38,5⁰ C als hohes Fieber definiert. Für Babys zwischen 0 und 3 Monaten gilt eine Temperatur von 37,4⁰C oder höher als Fieber. Insbesondere für junge Kinder und Kleinkinder sind erhöhte Temperaturen gefährlich, da sie auf eine bakterielle oder virale Infektion hindeuten können. Wenn Ihr Kleinkind oder Baby Fieber hat, sollten Sie einen Arzt rufen.

Fieber diagnostizieren

Wie gesagt, eine leicht erhöhte Temperatur ohne weitere Symptome ist nicht notwendigerweise ein Fieber. Viele Faktoren spielen hier eine Rolle und in den meisten Fällen normalisiert sich die Temperatur ohne große Probleme wieder. Sie sollten ein Fieber erst in Betracht ziehen, wenn darüber hinaus folgende Symptome auftreten:

  • Appetitlosigkeit
  • Das Gefühl von Kälte oder Frösteln mit Schüttelfrost
  • Gliederschmerzen
  • Kalter Schweiß
  • Kopfschmerzen

Fieber an sich ist keine Krankheit. Normalerweise handelt es sich bei Fieber um die Reaktion des Körpers, der eine virale oder bakterielle Infektion bekämpft. Die meisten Fieber können zu Hause behandelt werden: Trinken Sie viel, ruhen Sie sich aus und machen Sie es sich bei einer angenehmen Umgebungstemperatur bequem.

Sie sollten nur einen Arzt rufen, wenn Ihre Temperatur den Gefahrenpunkt übersteigt oder wenn das Fieber von einem steifen Nacken, einem ungewöhnlichen Ausschlag oder Atemnot begleitet wird. Sie müssen auch verstehen, dass Fieber nicht das einzige Anzeichen einer Krankheit ist. Tatsächlich kann jemand erkranken ohne Anzeichen eines Fiebers – überprüfen Sie also andere Symptome und wenden Sie sich im Zweifelsfall an einen Arzt.

* James S. Hutchison, u.a. Hypothermia therapy after traumatic brain injury in children, in: New England Journal of Medicine 358/23 (Juni 2008), S. 2447–2456. DOI: 10.1056/NEJMoa0706930. PMID 18525042. Und Jennifer A. Pryor u. Ammani S. Prasad, Physiotherapy for Respiratory and Cardiac Problems: Adults and Paediatrics, in: Elsevier Health Sciences (2008), S. 8.
** Source: D002519-CR-THR11-01-IRT6030.6520_rev 5
*** Fiona C. Baker, Jonathan I. Waner, Elizabeth F. Vieira, Sheila R. Taylor, Helen S. Driver, Duncan Mitchell, (2001-02-01). Sleep and 24 hour body temperatures: a comparison in young men, naturally cycling women and women taking hormonal contraceptives, in: The Journal of Physiology. 530 (3), S. 565–574. DOI: 10.1111/j.1469-7793.2001.0565k.x
**** McGugan EA (March 2001). "Hyperpyrexia in the emergency department". Emergency Medicine. 13 (1): 116–20. doi:10.1046/j.1442-2026.2001.00189.x. PMID 11476402.